Meine Zeit im DRK

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Rückblicke können einen freudig stimmen, sie können einen mit Stolz erfüllen und sie können schmerzhaft sein.

1987 trat ich in das Deutsche Rote Kreuz ein. Damals waren im Ortsverein Hahnstätten gerade mal 5 aktive Mitglieder. Ein Ortsverein, der so dahin vegetierte und der dringend Reformen und neuen Schwung brauchte. Ich wollte damals etwas bewegen, etwas Sinnvolles tun. Relativ schnell merkte ich dass dieser Ortsverein mir persönlich auch die Möglichkeiten bat an dem etwas "vergammelten" Image zu basteln.

Natürlich dauerte es eine kleine Zeit bis ich die Strukturen des DRK kennen gelernt und meine nötigen Ausbildungen absolviert hatte. Aber bereits früh wusste ich dass ich mehr wollte. Ich wollte nicht nur einfach als Sanitäter irgendwo auf Festen und Veranstaltungen Sanitätsdienst machen, sondern ich wollte etwas verändern, wollte meine Fähigkeiten einbringen um anderen Menschen zu helfen oder ihnen zur Seite stehen.

1989 hatten wir das Thema "Übersiedler" im Ortsverein. Da die deutsch/deutsche Grenze durchlässig wurde kamen über Ungarn und über die CSSR Tausende nach Deutschland. Ich weiß nicht mehr wer auf die Idee kam, aber wir organisierten zügig die Aktion "Möbel für Aussiedler". Über meine Firma organisierte ich einen Klein-LKW und holten alte, aber noch brauchbare Möbel bei Spendern ab und stellten diese dann etlichen bedürftigen Familien zur Verfügung. - Dies war meine erste soziale Aktion und auch der Grundstein für weitere Projekte, die ich zum größten Teil selbst ins Leben rief.

Ende 1990 formten sich langsam meine Vorstellungen im Ortsverein und ich spielte mit dem Gedanken eine Jugendabteilung in Hahnstätten zu gründen. Bereits damals hatte ich konkrete Vorstellungen von Jugendarbeit und wollte erreichen dass Kinder und Jugendliche nicht nur gefördert, sondern auch als eigene Persönlichkeiten in der Gesellschaft anerkannt werden.

Nachdem ich 1991 zusammen mit dem damaligen Zugführer Klaus W. und dem Helfer Alexander H. einen Hilfstransport nach Rumänien zu einem Kinderheim organisiert hatte, fuhren wir mit einem 7,5-Tonner voll mit Spielsachen, Medikamenten und Bekleidungsgegenständen nach Arad, einer kleinen Stadt in Rumänien. In einem Kinderheim mit ausschließlich Vollweisen bis 5 Jahren luden wir unsere Hilfsgüter ab. Die Eindrücke von diesen Kindern mit den großen Augen, die die mitgebrachten Kuscheltiere nicht wieder loslassen wollten beschäftigen mich noch heute!

hier eine kleine Bilderauswahl:

Diese Erlebnisse bekräftigten mich erst Recht dazu im darauf folgenden Jahr, 1992, das Jugendrotkreuz in Hahnstätten zu gründen. Mit 5 Kid´s fing ich an -(Gründungsmitglieder waren: Rebecca W., Jens-Martin S., Jens-Peter K., Phillip E. und Johannes R.)- und in den folgenden Jahren wurden es mehr und zeitweise waren sogar über 40 Kinder und Jugendliche dabei.

Mein Konzept der Jugendarbeit war einfach und wie die Jahre bewiesen, auch erfolgreich. Ich nahm die Kinder und Jugendlichen ernst, ging nicht nur auf sie ein, sondern richtete meine Arbeitsweise auch auf sie aus. Ich wollte dass die Kinder nicht das Werkzeug des Erwachsenen sind, sondern dass sie was zu sagen haben, dass sie gleichwertige Menschen innerhalb der Gesellschaft sind. Nicht von oben herab auf das Kind zu blicken sondern in die Hocke zu gehen und dem Kind in die Augen zu schauen, dafür warb ich. Und schnell fanden sich Mitstreiter - im Kreisverband - im Landesverband - im Bundesverband. Der Begriff "Kindermitbestimmung" wuchs an Bedeutung und ich kämpfte dafür in allen Ebenen. 1993 stellten wir in Hahnstätten als erster Ortsverein im Kreisgebiet so genannte "Kinderbotschafter", welche die Aufgabe hatten, ihre Rechte and Anregungen in den Verbänden zu verdeutlichen.

1993 richtete ich mit einer Kollegin aus Miehlen in Hahnstätten den ersten Kreiswettbewerb aus, an dem auch ca. 50 Kinder aus der Grundschule Hahnstätten teilnahmen. Im selben Jahr übernahm ich neben der Leitung des Jugendrotkreuzes im Ortsverband auch die stellvertretende Leitung im Kreisverband.

Neben der Jugendarbeit, die nun immer intensiver wurde, leistete ich auch meinen Einsatz als Sanitäter und Mitglied des Aktiven Dienstes im Ortsverein und trat auch 1993 bei der Gründung der Schnelleinsatzgruppe (SEG) im Kreisverband bei.

1994 erreichte ich mit meiner Jugendgruppe den ersten Erfolg: 2. im Kreiswettbewerb in Diez und damit die Qualifikation zum Bezirkswettbewerb.

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 Weitere folgten: Mehrere 1. und 2. Plätze und später auch 1. und 2. Plätze auf Bezirks- und Landesebene. Den größten Erfolg konnte ich mit der Gruppe "Die Schlümpfe" im Jahr 2001 feiern: Deutscher Vizemeister!

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1994 richtete ich mit den Kindern eine Fahrradtour entlang der Lahn bis nach Koblenz aus. Ziel war nicht nur der Spaßfaktor, sondern auch das Sammeln von Geld im Rahmen der Aktion "Schüler helfen Leben". Die Gelder gingen an Kinder in den Kriegsgebieten von Jugoslawien.

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Der damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Rudolf Scharping, trug ebenfalls dazu bei, so dass ein Gesamtbetrag von über 200 DM zusammen kam.

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1995 übernahm ich das Amt des Jugendleiters im Kreisverband.

1997 gab ich die Leitung im Ortsverein ab. Gruppenleiter mit einer eigenen Gruppe blieb ich aber, da ich trotz vieler Verpflichtungen innerhalb der Verbände den Kontakt zur Basis, zu meinen Kindern, nicht verlieren wollte. Im gleichen Jahr wurde ich als Landesbeauftragter für Kindermitbestimmung in Rheinland-Pfalz ernannt.

1997/98 erarbeitete ich mit Kindern aus ganz Rheinland-Pfalz die "10 Goldenen Regeln für Kindermitbestimmung in Rheinland-Pfalz" welche 1998 vom Landesdelegiertentag, dem höchsten Gremium des Jugendrotkreuzes im Landesverband, verabschiedet wurden. In den folgenden Jahren erweiterten wir auf allen Ebenen diese Kindermitbestimmung.

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1999 wurde der Ortsverein 90 Jahre alt. Durch meine Aktivitäten bis in den Bundesverband wurde der Ortsverein bekannt. Es wurde registriert, dass in Hahnstätten ein Ortsverein existiert, in dem sich etwas bewegt. Mittlerweile war "Freizeit" für mich ein Fremdwort geworden. Ich war fast rund um die Uhr für das Deutsche Rote Kreuz da, hatte viel zu viele Verantwortungen übernommen, aber ich machte das alles gerne weil ich mich bestätigt gefühlt habe und weil der Erfolg stimmte. So übernahm ich auch die gesamte Organisation für den Festabend zur 90-Jahr-Feier. Alles lief über mich und ohne zu prahlen, wenn ich ausgefallen wäre, dann wäre auch diese Feier ausgefallen. Sie wurde grandios und wir ernteten viel Lob für die gelungene Veranstaltung. (Pressebericht:HIER)

Aber auch der erste größere Knatsch kam. Wenn man erfolgreich ist, dann gibt es immer Menschen die im Hintergrund stehen. Und langsam fing es auch an dass es Mitglieder im Ortsverein gab, denen es nicht ganz gefiel dass ich ganz oben stand. Der Neid war manchmal schon spürbar. Bitterer Nachgeschmack der Jubiläumsfeier von 1999 waren ausbleibende Unkostenerstattungen in Höhe von ca. 500,- DM - bis heute. Darauf hin zog ich mich ein wenig aus dem Aktiven Dienst zurück und legte als Ausbilder für Erste Hilfe mein Schwerpunkt auf die Breitenausbildung und natürlich auf die Jugendarbeit.

2001 war dann mein Jahr! Mit der Jugendgruppe "Die Schlümpfe" gewann ich die Wettbewerbe auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene und holte den Deutschen Vizemeistertitel nach Hahnstätten. Dies war nicht nur mein Erfolg, nein, diese Gruppe hielt so stark zusammen, peitschte sich selbstsändig immer wieder nach vorne und meisterte die Siege scheinbar spielend. Ohne übermütig zu werden, ohne dass sie sich in der Persönlichkeit änderten trohnten sie oben auf der Erfolgsleiter aber blieben weiter meine sympathischen Schlümpfe.(Presseberichte:HIER)

Im Sommer 2001 übernahm ich das Amt des Jugendleiters des Bezirksverbandes Koblenz.

Im Dezember 2001 bekam das Jugendrotkreuz Hahnstätten den neu eingeführten Bürgerpreis der SPD. (Presseberichte:HIER) Mit unseren Aktionen, Erfolgen und unserer Öffentlichkeitsarbeit wurden wir zum Aushängeschild unserer Heimat. Seit Jahren mischten wir in der Gesellschaft mit. Nahmen jährlich beim Hahnstätter Markt beim Festzug teil, meistens mit einem Festwagen und einer Fußgruppe, machten auf uns beim Nikolausmarkt am 1. Advent  mit einem Stand aufmerksam und und und... 

          Damit war nicht nur unsere Jugendgruppe in aller Munde, sondern auch das Image vom DRK wurde damit gestärkt. Es ist einfach nicht zu leugnen, dass ich durch meine Arbeit mit den Jugendgruppen das Ansehen des Ortsvereines sehr nach oben geschraubt habe. Zusätzlich bekam ich durch meine intensive Arbeit mit den Themen Kindermitbestimmung und Kinderrechten immer mehr Anfragen aus den verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens. So fragten Schulen aus Rheinland-Pfalz bei mir an um Lehrerfortbildungen zu machen. Menschen fragten mich um Rat bei unterschiedlichen Themen und Verbände buhlten um Mitarbeit von mir. Natürlich war ich geschmeichelt, fühlte mich nicht nur bestätigt sondern auch wichtig, kurz, ich fühlte mich in diesem Erfolg wohl und merkte dabei nicht dass ich mir, meinem Geist und meinem Körper zuviel zumutete. Psychische Probleme behielt ich für mich, verdrängte meine Probleme, die ich aus meiner Kindheit mitbrachte und lenkte mich nur noch mit noch mehr Arbeit ab. Wie ein Alkoholiker süchtig nach seiner Flasche Schnaps ist war ich süchtig nach dieser Arbeit. Ich führte meine Arbeit korrekt und gewissenhaft aus, erntete Erfolg nach Erfolg und verdeutlichte nach Außen den "Perfekten", den "Starken" und den "Erfolgreichen". Wurde ich gefragt, dann handelte ich sofort und betreute nebenbei auch noch meine Jugendgruppe, gab Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinbewerber und in Betrieben, hielt Referate über Jugend- und Erwachsenenarbeit, verrichtete meinen Dienst als Sanitäter im Ortsverein, rückte mit der Feuerwehr Hahnstätten bei Notfällen mit aus, machte meine Arbeit in den verschiedenen Positionen der Verbände (Vorstandsarbeit, Bezirksleitung, Landesausschuss, Gremien usw.), bereitete Projekte vor und richtete sie aus - das alles neben meiner ursprünglichen Arbeit als Tischler (später als Hausmeister von Übergangswohnheimen des DRK) womit ich meinen Lebensunterhalt verdiente. Da waren die Seniorenbetreuungen auf Mallorca regelrecht Entspannung für mich. 

               

Diese Seniorenbetreuung führte stets nach Palma Nova auf Mallorca und war nicht nur wegen der Insel, die ich damit auch lieb gewonnen habe, sondern auch wegen dem sehr guten Kontakt zu älteren Mitbürgern für mich stets ein besonderes Highlight.

Im Dezember 2001 wurde ich zusätzlich zu den Erfolgen meiner Gruppe und den ganzen Ehrungen von einem Brief aus Berlin überrascht. Der Absender war der Bundespräsident Johannes Rau! Ich wurde eingeladen zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten im Januar 2002 als Anerkennung für meine Bestrebungen in der Kindermitbestimmung und den anderen Gremienarbeiten. (Pressebericht:HIER)

Es war schon atemberaubend zusammen mit dem Bundespräsident, dem gesamten Bundeskabinett inklusive Bundeskanzler Gerhard Schröder zusammenzustehen und gemütlich zu plaudern. Ein wohl einmaliges Erlebnis! Schon allein das "Fachsimpeln" über meine Arbeit mit der First Lady Christina Rau war recht eindrucksvoll. Ich bin mir sicher dass ich dieses Erlebnis dem Landtagsabgeordneten Frank Puchtler zu verdanken habe, bei dem ich mich hier persönlich bedanken möchte.

Auch möchte ich hier an der Stelle dem am 27. Januar 2006 verstorbenen ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau gedenken. Er starb im Alter von 75 Jahren und war in meinen Augen einer der größten Politiker unseres Landes. Mach es gut Johannes!

2002 setzte ich mich zusammen mit anderen Vereinen, dem Jugendhaus Hahnstätten und dem Kreisjugendamt für die Durchführung des "Midnightball" in Hahnstätten ein und sagte eine kostenlose Sanitätsbetreuung zu.

Auch die nachfolgenden Jahre waren gefüllt mit Wettbewerben mit der Gruppe, Gruppenstunden und Freizeiten, Erste-Hilfe Kurse im Kreisgebiet, Sitzungen in den Gremien und so weiter.

Bis 2004 lief alles so weiter, doch dann kam langsam auch das Ende meiner Kariere. Bereits im Januar 2004 dachte ich über den Rückzug nach. Mir wurde das alles einfach zu viel. Ich wollte nur noch meine Gruppe weiter betreuen solange sie noch existierte. Aber so einfach ist das "Aufhören" nicht. Bei der Jahreshauptversammlung im Ortsverein war kein Jugendleiter zur Verfügung, also übernahm ich erstmal wieder diesen Posten. Doch im May wurde bekannt dass ich psychische Probleme habe und auch in Behandlung bin. Es wurde bekannt, welche Belastungen ich aus meiner Kindheit mitbrachte und es wurde rücksichtslos darüber hergezogen. Auf einmal zählte meine Arbeit und auch mein jahrelanger Einsatz nichts mehr. Einzelne aus dem Ortsverein nutzten diese Gelegenheit um mich schachmatt zu setzen. Und es gelang ihnen. Ich möchte hier nicht die Einzelheiten wiedergeben aber mir wurde richtig bewusst dass das Rote Kreuz auch nur ein Bild ist. Nicht in jedem, der im Deutschen Roten Kreuz ist, steckt das Rote Kreuz auch wirklich in der Brust. Ich lehrte stets von dem Rotkreuzgedanken, sich aufzuopfern für diejenigen die Hilfe brauchen, von den Grundsätzen des Roten Kreuzes, jeden anzunehmen, jedem zu helfen, geben statt zu nehmen! Ich vergaß aber dass es in unserem Ortsverein viele gab die aus diesem wohltätigen Verein bereits eine Firma gemacht hatten. Es gab nur noch zwei Ziele: Sich selbst zu profilieren und Kasse zu machen. Das waren nicht meine Welten und der Ortsverein spaltete sich in zwei Hälften. Man konnte erkennen zu welcher Hälfte wer gehörte!

Es folgten schwere Monate. Ich kämpfte um mich und um den Erhalt des Rotkreuzgedanken in dem Ortsverein. Meine Gruppe und deren Eltern sowie einige Kollegen aus dem Verein kämpften um mich und die andere Hälfte kämpfte gegen mich. Es war eine wirklich schwere Zeit, für alle! Aber die Art und Weise, und ich meine auch nur die Art und Weise wie ich systematisch demontiert wurde und sogar dazu die Presse benutzt wurde war schändlich und fies. Trotzdem führte ich am Heiligabend 2004 mit meiner Gruppe noch eine erfolgreiche Aktion durch. Wir hatten im Vorfeld Geld gesammelt und so mit Hilfe von Herrn Stechert vom gleichnamigen Spiel- und Bastelgeschäft in Hahnstätten jedem Kind auf der Kinderstation des Limburger Krankenhauses ein Weihnachtsgeschenk machen können, welche wir dann am Heiligabend auch persönlich ubergaben. (Pressebericht:HIER)

 (weitere Bilder:HIER)

 Somit ging auch dieses Jahr zu Ende und 2005 begann wie es 2004 aufgehört hatte. Im Januar stellte ich mich als Gemeinschaftsleiter des Ortsvereines zur Wahl und gewann diese. Die anfängliche Hoffnung innerhalb des Vereines währte aber nicht lange. Auch wenn geschlossen gesagt wurde, dass es noch nie so ruhig und harmonievoll an den Dienstabenden und den Einsätzen gewesen war, so wurde von außen und von Einzelnen innerhalb des Vereins, die die Niederlage der Jahreshauptversammlung nicht akzeptierten, weiter gebohrt. Meine Psyche litt so sehr wie sie noch nie gelitten hatte. Ich könnte hierzu viel schreiben, auch über die Vorgehensweise einzelner, über das Treten der menschlichen Würde und so weiter aber das würde den Rahmen sprengen und die Gefahr, dass ich unsachlich werde, würde sehr hoch sein.

Im Mai 2005 trat ich aus dem Deutschen Roten Kreuz aus. Es tat weh, denn nach 18 Jahren teils überdimensionaler Aufopferung einfach so tschüss zu sagen ist nicht so leicht. 11 Personen, darunter auch die 1. Vorsitzende und der Jugendleiter, verließen nach mir ebenfalls den Verein. Ein schwacher Trost dass ich mir das alles nicht einfach nur eingebildet hatte. Wenn ich die ganzen Jahre zurückdenke, dann komme ich auf mehr als 20 Personen, die aus den selben Beweggründen diesen Verein verlassen haben. Heute klüngelt der Verein wieder vor sich hin. Die enorme Jugendabteilung ist auf Null geschrumpft. 

Mit diesem Schlussstrich war auch das Ende der Jugendrotkreuzgruppe " Die Schlümpfe" gekommen. Im Sommer 2005 unternahm ich dann noch einmal eine Freizeit mit der nun "freien Jugendruppe". Eine Art Abschiedstour. Anschließend wurde die Gruppe aufgelöst. Zu den Meisten habe ich heute noch einen sehr guten Kontakt.

Heute, wenn ich mich zurück lehne und meinen Gedanken erlaube über diese vergangenen 18 Jahre zu schweben, dann weiß ich dass es keine 18 Jahre sinnloses Tun war. Mir ist klar dass ich viel bewegt habe, dass ich bei vielem meinen Stempel hinterlassen habe. Das Gute in diesen Jahren überwog und ich möchte nichts davon missen. Ich leugne diese Zeit nicht, auch nicht die Zusammenarbeit mit denen, die heute nichts mehr mit mir zu tun haben.

Ich würde nicht mehr in diesen Verein eintreten, das ist klar, aber ich achte auch die vergangenen Leistungen derer, die heute diesen Verein weiterführen und auch die kommenden Leistungen, auch wenn ich die einzelnen Einstellungen nicht teilen kann.

Ich würde auch nicht mehr in diesen Verein eintreten weil dieser Verein auf seiner Homepage alles was mit mir und meiner Kollegin zu tun hatte gelöscht hat. Und noch viel schlimmer: Selbst die Jugendgruppe "Die Schlümpfe", die allein das Image des Ortsvereins nach oben geschraubt hatte, wird nun verleugnet. Alle Berichte, Bilder und Erfolge dieser Gruppe wurden ebenfalls gelöscht. Und das kann ich denen nicht verzeihen.

Lohrheim, 2006

 

Heute ist der . | ©2006 Torsten Marcus-Mauermann